Der via-via-via Weg

Ein Via ist ein Hilfsmittel durch das man glaubt ein Ziel erreichen zu können, das man auch direkt erreichen könnte. Statt des direkten Weges wählt man den Umweg über das Via, weil man glaubt den direkten Weg nicht gehen zu können.

Beispiele:.
Man braucht eine Kirche, um Verbindung mit Gott aufnehmen zu können.
Man schreibt sich einen Notizzettel, statt sich die Punkte zu merken.
Man braucht einen Taschenrechner, statt im Kopf zu addieren.
Man braucht Geld/Auto/Freund um glücklich zu sein.

Weitere Beispiele:
Ein Magier braucht einen Zauberstab, an den er seine Macht übergeben hat. Ohne ihn, so glaubt er, ist er ohnmächtig.
Ein Schüler braucht einen Lehrer, an den er sein Bedürfnis an Wissen übergibt.
Ein Chela benützt einen Guru um glauben zu können (und übergibt ihm so seine eigene Kreationsfähigkeit).
Jesus sagt nach einer Wunderheilung: "Geh hin, Dein Glaube hat Dir geholfen". Also nicht ich, Jesus, war es der Dich geheilt hat, sondern Dein Glaube an mich. Dieser Glaube ist Deine Kreation und Du hast mich als Via benutzt um glauben zu können.
Eine Seele benutzt einen Verstand um "wissen" zu können, obwohl sie allwissend ist. Und so ist der Verstand das grösste Via das wir haben.

Bei diesen Beispielen sieht es immer so aus, als ob eine (geglaubte) Unfähigkeit es nötig macht ein Via zu gebrauchen.
Schlechtes Gedächtnis, oder mangelnde Konzentration bewirkt, dass man einen Taschenrechner benötigt.
Auch Bücher sind so gesehen ein Via, könnte man sich doch alles direkt merken. (In früheren Zeiten konnten die Geschichtenerzähler ganze Dramen aus dem Gedächtnis aufsagen. Nichts wurde aufgeschrieben).

Nun bewirkt ein Via, das nicht erreichbar oder vorhanden ist oft, dass man nach einem neuen Via Ausschau hält.

Beispiel: Schlechtes Gedächtnis --> Tachenrechner --> Geld.

Beispiel:
Ein Regisseur will ein Schauspiel aufführen. Der Verantwortliche für Bühnendekoration macht es ihm aber nicht recht. So befasst er sich mit der Dekoration. Dabei stellt er fest, dass die Beleuchtung nicht in Ordnung ist. Der Elektriker hat die Leitungen falsch verlegt. Er sieht nach den Leitungen und stellt fest, dass das Mauerwerk brüchig ist. Also holt er Gips um die Stellen zu flicken. Usw.
Eigentlich wollte er doch ein Schauspiel aufführen, aber er endet als Gipser, WENN er vergessen hat was er eigentlich wollte.

So ist es uns allen ergangen... Unsere urprünglichen Ziele haben wir vergessen. Indem wir den Via-via-via-Weg gingen sind wir immer kleiner geworden.

Dabei ist ein Via an und für sich nichts Schlechtes. Aber nur solange man sich bewusst ist, dass es ein Via ist und nicht in Abhängigkeit davon gerät, indem man seine native Fähigkeit an das Via übergibt.
Dies geschieht, wenn man glaubt nicht ich als Ursprung bewirke das, sondern nur durch das Via kann es bewirkt werden.


Am Anfang (wo es noch keine Zeit gab) stand der Wunsch Freude und Spass zu erleben. Dazu wurde ein Via (nämlich Raum und Zeit) als Spielfeld erschaffen. In dem so kreierten Spielfeld wurden spannende Spiele ausgetragen. Diese aber verlangten nach neuen Kreationen um besser spielen zu können, also wurden neue Vias erfunden.
Nun bewirkt aber die Kreation eines Vias, dass man nicht glaubt etwas auf dem direkten Weg durch reine Absicht erreichen zu können. Dieser Glaube aber bedeutet eine (geglaubte) Einschränkung der ursprünglichen Fähigkeiten.

Zusammen mit der Voraussetzung für Spiele, nämlich Nicht-Wissen (=Vergessen) über die Absichten des Spielegegners annehmen zu müssen, bewirkte dieses Spiele spielen eine immer grössere Identifikation und Abhängigkeit von Vias (wie Körper, Materie etc), sowie ein zunehmendes Vergessen der nativen Fähigkeiten des Wesens.

Denn Spiele wurden oft nicht beendet, so dass sich ein Spiel im Spiel und darin wieder ein Spiel ergab und dies bis ins Unendliche. Jedes unvollendete Spiel hinterliess Vergessen und neue Vias. Alle diese unvollendeten Spiele und die damit gemachten Postulate aber sind nicht etwa in der Vergangenheit, sondern sie sind im JETZT, in der ewigen Gegenwart. So kommt es, dass man das JETZT nur durch die Brille der Vergangenheit sehen kann.
Und so entstand die MATRIX, das mentale Gefängnis indem wir uns befinden.