Einige Gedanken über die Zeit.

Tun/Handeln wird meistens bedingt/aktiviert durch die Zeit:
Durch Geschehnisse in Vergangenheit oder erwartete Geschehnisse in der Zukunft.
Tun bedingt durch die Vergangenheit ist unbewusst zwanghaft
Tun ist aber meistens ein Tun für die Zukunft.
Für die nächsten Minuten, Stunden, Tage oder Jahre.
So erschafft man sich Zeit.
Zeit ist nicht etwas Gegebenes, sondern wird vom Wesen selbst erschaffen, Moment für Moment.

Wenn Zeit eine Kreation des Verstandes ist, sollte man vielleicht aufhören eine Zukunft und damit Zeit zu erschaffen, um in die Ewigkeit (=Zeitlosigkeit) eingehen zu können.
Nur ist es so, dass dieses Zeiterschaffen schon zwanghaft geworden ist.
Das Ego existiert nur in der Zeit - Zeitlosigkeit bedeutete seinen Tod.
So möchte das Ego einerseits ein Fortdauern der Zeit, hat aber andererseits wieder Angst vor der so geschaffenen Zukunft, wenn es sich nicht mächtig/fähig genug glaubt diese Zukunft ergreifen und gestalten zu können.

Was nun die einzelnen Zeitelemente verbindet ist Kausalität.
Wenn es gestern so war, dann wird es morgen wahrscheinlich so und so sein. Das erscheint vernünftig.
Dieses vernünftige Weiterberechnen der Zukunft im Verstand erschafft Zeit.
Der Verstand sucht Berechenbarkeit im Chaos der Geschehnisse, um so Sicherheit zu erlangen.

Glaubenssätze/Überzeugungen betreffen die Zukunft, sie sind Extrapolationen der Vergangenheit in die Zukunft hineinreichend.

Warum ist man eigentlich so sicher, dass es ein Morgen geben wird? So sicher, dass es die nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte geben wird, egal ob ohne mich oder mit mir? Ist das nicht einfach ein Glaubenssatz, wenn auch ein vernünftiger? Aber auf welchen anderen Überzeugungen beruht er oder ist er selber ein Axiom und damit unbeweisbar?

Wir haben hier eine zeitbedingte/zeitabhängige Polarität:
Vergangenheit Zukunft
Kausal Final
mechanisch autonom
konsumieren produzieren

Jede Angst ist eine Angst vor der Zukunft, vor dem was kommen könnte. Handeln zielt meistens darauf die Zukunft zu gestalten. Da man so mit der Zukunft beschäftigt ist, lebt man nicht im Jetzt.
Man ist glücklich, wenn man an eine schöne Zukunft glauben kann und man ist unglücklich wenn die Zukunft düster aussieht. Man tut gern etwas für die Zukunft wenn sie schön aussieht und man tut ungern etwas wenn man etwas Unangenehmes in der Zukunft vermeiden will. Alles hängt von der geglaubten Zukunft ab.
Und die ergibt sich, so denkt man, durch Extrapolation aus der Vergangenheit
Eine kausale Wenn-Dann Verknüpfung. Nur ist das ein rein mental, ein Zeitgefängnis aus geglaubter, illusionärer Vergangenheit und Zukunft.


Im Buch "Ein Kurs in Wundern" lesen wir über die Zeit:

Anmerkungen von mir ab hier in Doppelklammern: ((....))

T-15.IV
"Nichts steht dem Erlernen dieses Kurses ((also Erleuchtung, Befreiung etc. wie man es nennen mag)) im Wege, es sei denn du glaubst, was Gott will, brauche Zeit, Und das bedeutet nur, dass du die Einsicht, dass sein Wille IST, lieber hinauszögern willst. Der Heilige Augenblick. ist dieser Augenblick und jeder Augenblick. ((Gegenwart)) . Er ist derjenige, von dem du willst, dass er es sei. Derjenige aber von dem du willst, dass er es nicht sei, ist für dich verloren. Du musst entscheiden, wann er ist." ((Durch Wachsein, bewusst sein, denke ich))

Weiter heisst es:
"Dein Üben muss deshalb auf deiner Bereitwilligkeit gründen, die ganze Kleinheit loszulassen. Der Augenblick indem dir die Grösse dämmert, ist nur soweit entfernt, wie dein Verlangen nach ihm. Solange du nicht nach ihm verlangst und dir die Kleinheit lieb und teuer ist, um soviel ist er fern von dir."

"Denn die Befreiung von der Kleinheit......hängt von der Bereitwilligkeit ab und nicht von der Zeit."

((Was nun ist der Heilige Augenblick? Ich denke damit ist die Gegenwart gemeint. Die bewusste Gegenwart ohne Zeit, d.h. ohne Vergangenheit /Zukunft.))

Und in T-27-IV lesen wir:
"In der Stille finden alle Dinge ihre Antwort und wird jedes Problem still gelöst.

Im Konflikt ((Polarität)) kann es keine Antwort und keine Lösung geben, denn sein Zweck ist es keine Lösung zu ermöglichen und sicherzustellen, dass keine Antwort klar sein wird.

Auf ein im Konflikt angesiedeltes Problem gibt es keine Antwort, denn es wird auf verschiedene Weise gesehen. Und was von einem Standpunkt aus die Antwort wäre ist in einem anderen Licht betrachtet, keine Antwort.
Du bist im Konflikt ((Polarität)) .
Daher muss es so sein, dass du garnichts beantworten kannst, denn der Konflikt hat keine begrenzten Wirkungen. Doch wenn Gott eine Antwort gab, dann muss es eine Antwort geben, wie deine Probleme gelöst werden können, denn was er will, dass ist bereits geschehen..

Daher muss es so sein, dass die Zeit nicht beteiligt ist und jedes Problem JETZT beantwortet werden kann. Doch es muss auch so sein, dass eine Lösung in deinem Geisteszustand unmöglich ist. Deswegen muss Gott dir einen Weg gegeben haben einen anderen Geisteszustand zu erlangen, indem die Antwort bereits da ist.. Das ist der Heilige Augenblick. Hierher sollten alle deine Probleme gebracht und hier gelassen werden. Hierher gehören sie, denn hier ist ihre Antwort.

Alle Fragen die man in dieser Welt stellt, sind bloss eine Sichtweise und keine Frage. Die Welt stellt nur eine einzige Frage: Welche von diesen Illusionen ist wahr?
Auf eine Pseudofrage gibt es keine Antwort. So ist das ganze Fragen innerhalb der Welt eine Form von Propaganda für sich selbst. Nur innerhalb des Heiligen Augenblicks lässt sich eine ehrliche Frage, ehrlich beantworten."

In T-15.V steht:
"Der Heilige Augenblick ist die nützlichste Lerneinrichtung des Heiligen Geistes, um dich die Bedeutung der Liebe zu lehren, Denn sein Zweck ist, das Urteilen völlig einzustellen.
Urteilen beruht immer auf der Vergangenheit, denn die vergangene Erfahrung ist die Basis für dein Urteil.. Urteilen wird ohne die Vergangenheit unmöglich, denn ohne sie verstehst du nichts.......Und davor hast du Angst, weil du glaubst, dass ohne das Ego alles Chaos wäre.. Doch ich versichere Dir, dass ohne das Ego alles Liebe wäre."

(( Die Vergangenheit mit den darin gewonnen Urteilen ist es also, die verhindert im Heiligen Augenblick, der vollbewussten Gegenwart zu sein.))