Schuld und Sühne.

1.
Für das Spiel der Welt, wie für jedes Spiel, gibt es Regeln/Gesetze. (Voraussetzung für das Zustandekommnes eines Spiels sind Regeln)
2.
Diese Regeln werden für ein Wesen bindend, wenn es damit übereinstimmt.
3.
Übereinstimmung kann geschehen, entweder freiwillig oder mehr oder weniger zwanghaft, durch Überwältigung.
4.
Hat ein Wesen mit Regeln übereingestimmt und verstösst es danach dagegen, so fühlt es sich schuldig.
5.
Schuldgefühle ziehen Strafe nach sich. Das Wesen bestraft sich für seine Übertretungen seiner Regeln.
6.
So entsteht Vergangenheit und Zukunft und damit Zeit, statt eines Lebens im JETZT.


Diese Sätze möchte ich im folgenden etwas erläutern.

Zu 1.
Mit Spiel wird hier ein Wettstreit zwischen zwei Wesen gemeint, die verschiedene einander entgegengesetzte Absichten haben.
Postulat gegen Postulat.
Regeln oder Gesetze stammen entweder von Regierungen, aus Sitten und Gebräuchen, oder von reliösen Glaubenssätzen
oder aus ethischen Gesichtspunkten, wie z.B. dass es kontraproduktiv ist ein anderes Wesen zu überwältigen, weil es auch "ich ist"..

Zu 2.
Übereinstimmung erschafft Realität.
Realität ist die subjektive (und einzige) Welt (Innenwelt und Aussenwelt) eines Wesens.
Also das was es für wirklich hält, NICHT die sogenannte objektive Welt, deren Existenz nicht gewusst werden kann
(jedenfalls nicht im Bewusstseinszustand des heutigen Normalmenschen)
Eine Kultur ist nichts anders als eine (mehr oder weniger) gemeinsame Realität, durch Erziehung erschaffen.

Zu 3.
Die Arten wie Übereinstimmung erzielt wird kann vielfältiger Art sein.
Informieren, überzeugen, belehren, überreden, überwältigen, Gehirnwäsche.

Zu 4.
Durch Übereinstimmung macht ein Wesen Regeln seiner Umwelt zu eigenen Regeln in seiner Realität.
Verstösst es dann dagegen, so verletzt es damit seine eigene Integrität und Unversehrtheit, es wird gespalten.
Das löst Schuldgefühle aus.
Da diese nicht ertragen werden können, werden sie verdrängt oder nach aussen auf andere projiziert.
Ein Sündenbock wird gesucht, und es wird als gerecht empfunden, wenn dieser dann bestraft wird.
So ergibt sich Angriff auf den Übeltäter, oder Angst vor einem möglichen Angriff.

Zu 5.
Schuldgefühle verlangen (bewusst oder unbewusst) nach Bestrafung.
Fälschlicherweise denkt man durch Sühne die Polarität ausgleichen zu können.
(Die Polarität hier: Das Schlechte durch etwas Gutes wieder ausgleichen)
Dadurch verstärkt man aber nur die Existenz dieser Polarität, man gibt ihr so Dasein und Wichtigkeit.
(Das Schlechte kann nur aufgelöst werden, indem man es anschaut "wie es ist" und die Verantwortung dafür übernimmt)
LRH spricht hier von der Overt-Motivator Sequenz.
(Overt= eine gegen das Überleben gerichtetete schädliche Handlung oder Unterlassung, da wo Handlung erforderlich gewesen wäre
Motivator= der unbewusste Drang Unerwünschtes in das eigene Leben hereinzuziehen, um sich selbst so für das anderen Angetane zu bestrafen)
Eine Sequenz entsteht dadurch, dass auf einen Overt ein Motivator folgt, der wieder einen erneuten Overt nach sich zieht.

Zu 6.
Die Overt-Motivator Sequenz ist ein zwanghaftes Spiel. Da Spiele Zeit kreieren und zwanghafte Spiele zwanghaft Zeit kreieren dauert dieser Zustand per Definitionem ewig, d. h. er wird nie beendet, es sei denn man wird sich dessen bewusst und beginnt das Ergänzungspostulat anzunehmen (siehe dazu TROM).
Das Leben kann so nicht mehr im Jetzt gelebt werden, da es nur gesehen werden kann, durch die Brille der Schuld oder der dadurch notwendig werdenden Sühne oder Projektionen davon in der Aussenwelt.
Das heisst das Wesen lebt immer mehr in der Vergangenhei,t anstatt die Dinge zu erkennen, wie sie jetzt sind.
Es erschafft immer mehr Zeit anstatt in die Zeitlosigkeit im Jetzt einzugehen.

Ich möchte mit den Worten von Henry Palmer schliessen:

"Wenn Du Dir die Sichtweise aneignest,
dass nichts existiert, dass nicht ein Teil von Dir ist,
dass niemand existiert der nicht ein Teil von Dir ist,
dass jegliches Urteil ein Selbsturteil ist,
dass jegliche Kritik die Du übst Selbstkritik ist,
dann wirst Du klugerweise Dir selbst bedingunglose Liebe schenken,
die das Licht Deiner Welt sein wird."